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Jahrestag der Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück

29.04.2020

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

am 2.5.2020 jährt sich der Tag der Befreiung vieler Mädchen und Frauen aus dem Außenlager Neustadt-Glewe des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück zum 75. Mal. Fast 5000 Mädchen und Frauen waren hier unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert. Mehr als 560 von ihnen entkamen der brutalen Gewalt, den Demütigungen und den unmenschlichen Lebensbedingungen im Außenlager nicht.

In diesem Jahr können wir auf Grund der Corona-Pandemie nicht die geplanten Gedenkveranstaltungen, Gottesdienste und die Gespräche durchführen, zu denen auch seit vielen Jahren die ehemaligen Inhaftierten Frau Iwanska, Frau Baranska und Frau Gontaszyk aus Polen zu Gast waren.

Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz, Rassenhass und Antisemitismus, die zuletzt in den rechtsextremistischen und rassistischen Anschlägen von Wolfhagen, Halle oder Hanau gipfelten, sind in unserer Gesellschaft während der CORONA-Pandemie lediglich in den Hintergrund gerückt, jedoch nicht verschwunden.

Deshalb ist es wichtig, auch in diesen Zeiten an das Leid der Mädchen und Frauen im Außenlager Neustadt-Glewe zu erinnern.

Am Gedenkstein beim ehemaligen KZ-Gelände wird ein Kranz niedergelegt und auf dem städtischen Friedhof am Sandsteinmonument für die Ermordeten des Konzentrationslagers mit einem Totengebet und Blumen gedacht.

Liebe Neustädterinnen und Neustädter,

lassen Sie uns gemeinsam der Mädchen und Frauen gedenken, die das Ende des Krieges und die Befreiung aus dem Lager nicht mehr erlebt haben.

Lassen Sie uns gemeinsam der Mädchen und Frauen gedenken, die auf Grund von Krankheit und Schwäche wenige Tage nach der Befreiung verstorben sind.

Lassen Sie uns gemeinsam der Mädchen und Frauen gedenken, die am 2.5.1945 befreit wurden und von entsetzlichen, unvorstellbaren Qualen gezeichnet waren.

Lassen Sie uns gemeinsam am 2.5.2020 eine Kerze anzünden, um an die Gräueltaten zu erinnern und zu mahnen, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nie wieder eine Chance zu geben!

Ihre Stadtpräsidentin

Silke Schulz